Doku zur Reich-Gruppe bei boerse.ard

 

Eine aktuelle Dokumentation zur Reich-Gruppe aus Heidenheim mit Stellungnahme von MAV-Geschäftsführer Ralf Bake ist am 14.7.2017 auf der Internetseite boerse.ard.de veröffentlicht worden. 

 

Interessierte zum Thema Reich-Gruppe sind eingeladen, sich für die dazu passende Rundmail der MAV anzumelden. Bitte benutzen Sie den nebenstehenden Link zum Kontaktformular.

 

 

 

MAV Vermögensverwaltung auf dem Fondskongress in Mannheim

 

 

Am 25. und 26. Januar findet der Fonds Professionell-Kongress 2017 in Mannheim statt. Wir sind auf dem Gemeinschaftsstand der Axxion dabei.

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Update 1.4.2015: MAV Invest im März 2015 TOP Fonds im Vergleich von Axxion.

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                                                                                                                                                                                                                                  MAV Vermögensverwaltung auf dem Fondskongress in Mannheim

 

 

Am 28. und 29. Januar fand der Fonds Professionell-Kongress 2015 in Mannheim statt. Wir waren auf dem Gemeinschaftsstand der Axxion (Stand Nr. 172) dabei.

 

 

9.1.2015

 

Squeeze-Out bei Bien-Zenker in Sicht

 

Für den hessischen Fertighausbauer Bien-Zenker hat die neue Mehrheitsaktionärin Adcuram aus München einen Squeeze-out in Aussicht gestellt. Bei einem Squeeze-out werden die Minderheitsaktionäre gegen Entschädigung aus dem jeweiligen Unternehmen gedrängt und müssen ihre Aktien abgeben. Grundlage der Entschädigung ist in der Regel ein Bewertungsgutachten, das die Minderheitsaktionäre mit dem Ziel einer Erhöhung der Abfindung gerichtlich überprüfen lassen können.

 

Adcuram hatte im August gemeldet, von der österreichischen Elk Haus 87,98% an Bien-Zenker gekauft zu haben und ein Übernahmeangebot an die Minderheitsaktionäre angekündigt. Der gebotene Betrag beträgt € 14,10 und entspricht ungefähr dem an Elk bezahlten Kaufpreis pro Aktie.

 

In der nun veröffentlichten Angebotsunterlage (adcuram.de) kündigt die neue Großaktionärin einen Squeeze-out an, sofern sie die relevante 90%-Schwelle bezüglich der Aktien überschreitet und es zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich und finanziell sinnvoll erscheint.“

 

Der Verbleib von Bien-Zenker an der Börse scheint damit in absehbarer Zeit dem Ende zuzugehen. Für die Aktionäre wird es aber möglicherweise noch einmal spannend: Zum einen wird die Bewertung der Aktie in einem Bewertungsgutachten interessant sein und in einem zweiten Schritt könnte es dann noch eine gerichtlich festgelegte Nachbesserung geben – die aber im Zweifel erst in einigen Jahren.

 

 

 

Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Bien-Zenker-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Bien-Zenker-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 

 

Ralf Bake, September 2013

 

 

REWE hält direkt 14,22% an Wasgau

 

Nach Ablauf der (ersten) Einreichungsfrist für Wasgau-Aktien hat die Bieterin REWE 14,22% aller Aktien angedient bekommen. REWE hatte sich mit 51% an der Zwischenholding Wasgau Food beteiligt,die wiederum 53,1% an der in Rheinland-Pfalz und dem Saarland präsenten Supermarktkette Wasgau AG hält. Im Zusammenhang mit dieser Beteiligung bot REWE allen Wasgau-Aktionären an, ihre Aktien zu übernehmen und zwar zu einem Preis von 10,36 Euro. Der Angebotspreis lag damit deutlich über den letzten Börsenkursen. REWE verfügt nun direkt und indirekt über Einfluss auf 67,32% aller Wasgau-Aktien. Nicht eingereicht hat die Minderheitsaktionärin und Wettbewerberin Edeka Südwest eG, die 24,98% hält. Wasgau-Aktionäre, die ihre Aktien noch nicht eingereicht haben, können dieses noch in einer weiteren Annahmefrist tun, die bis zum 1. Juli 2013 läuft.

 

Auch wenn REWE die noch ausstehenden Aktien angeboten bekäme, könnte sie aber nicht frei schalten. Bei der Zwischenholding Wasgau Food wurde festgelegt, dass Entscheidungen nur mit 75%-Mehrheit getroffen werden können - und die 49% die nicht bei REWE liegen, befinden sich bei der Familie Hornbach bzw. deren Stiftung. Und die Hornbach-Familie setzt sich für eine weitgehende Eigenständigkeit der Wasgau AG auch von REWE ein. Offen bleibt damit nicht nur, ob und wenn ja zu welchen Bedingungen Edeka ihr Paket an REWE verkaufen will, sondern auch, ob REWE dieses Paket überhaupt erwerben will – zumindest in der derzeitigen Konstellation.

 

 

 

Ralf Bake, Juni 2013

 

 

 

 

GAG Immobilien AG: Aktienkaufangebot für die Minderheitsaktionäre

 

Die überwiegend stadteigene Kölner Wohnungsgesellschaft GAG Immobilien hat eine Rückkaufangebot für ihre eigenen Aktien vorgelegt. Es wird für St. 500.000 Aktien geboten und zwar ein Preis von 39 € pro Aktie. Die Laufzeit geht bis zum 25.3.2013. Das Kaufangebot lautete ursprünglich auf 38 € und sollte bis zum 18.3. laufen. Die Erhöhung des Angebotspreises und die Fristverlängerung sind offensichtlich auf eine geringe Bereitschaft der Aktionäre zurückzuführen, sich von ihren Aktien zu trennen.

 

Die fehlende Abgabebereitschaft überrascht nicht. Aktien von Wohnimmobilien stehen zur Zeit in der Gunst der Anleger. Viele Aktienkurse aus diesem Bereich notieren über den so genannten Nettoinventarwerten der Aktien, also dem Wert der Immobilien und sonstigen Vermögensgegenstände abzüglich der Schulden, jeweils pro Aktie gerechnet. Anders sieht es bei der GAG AG aus. Hier steht dem gebotenen Preis von 39 € ein vom Unternehmen selbst ermittelter Wert der Aktie von 87 € gegenüber. Die Angebotserhöhung von 38 auf 39 € verringert den Abstand zum Wert der Aktie nur wenig.

 

Interessant ist noch folgender Umstand: Der Streubesitz bei GAG Immobilien liegt aktuell nur noch bei 4,82%, entsprechend knapp 842.000 Aktien. Sollte der Rückkauf erfolgreich sein, würde sich der Streubesitz auf nur noch 342.000 Aktien weiter verringern. Das Ende der GAG als börsennotiertes Unternehmen käme möglicherweise in Sicht.

 

 

Ralf Bake, März 2013

 

 

 

GBK Beteiligungen: Neue Investitionen in der Pipeline

 

Keine Erklärung für Kursrutsch der Aktie

 

 

Die hannoversche Privat-Equity-Investorin GBK Beteiligungen AG berichtet für das dritte Quartal 2010 über ein zunehmendes Interesse mittelständischer Unternehmen an Beteiligungen von Finanzinvestoren. GBK selber sei zuversichtlich, in den kommenden Monaten einige neue Beteiligungen melden zu können. Den Anfang wird wohl ein Unternehmen der Beschichtungsbranche machen, dessen Name nicht genannt wird, da die Akquisition noch nicht abgeschlossen sei. GBK verfügte bei einem Gesamtwert des Unternehmens von rund 48 Mio € zum Jahresanfang über eine Liquidität von knapp 15 Mio €, von der im bisherigen Jahresverlauf erst wenig eingesetzt wurde. Die GBK ist mit dieser Liquidität, anders als hoch investierte Wettbewerber, darauf vorbereitet, gegebenenfalls moderate Unternehmenspreise zu nutzen und günstig zukaufen zu können.

 

GBK wird von der Hannover-Finanz-Gruppe verwaltet, hinter der vor allem einige Versicherungsunternehmen stehen. Unternehmensanteile werden in der Regel zusammen mit anderen Hannover-Finanz-Fonds erworben. Zu den bekannteren Beteiligungen der GBK gehören der Sport-Schuh-Filialist Runners Point (GBK-Anteil: 15%), das Geldtransportunternehmen Ziemann Sicherheit (GBK-Anteil: 7,5%) und der Nahrungsmittelhersteller Geti Wilba (GBK-Anteil: 7%).

 

Der GBK-Vorstand nimmt auch zum plötzlichen Kursrutsch der Aktie um 20% am 27. Oktober Stellung. An diesem Tag kam eine umfangreiche Verkaufsorder auf den Markt, die vermutlich nicht limitiert war und setzte den Kurs unter Druck. Der Vorstand meint: „Der Kursausschlag war für uns nicht nachvollziehbar, einen operativen Grund für die Kursentwicklung gab es nicht.“ Der Aktienkurs erholte sich in der Folge wieder, konnte sein früheres Kursniveau aber noch nicht nachhaltig erreichen. Vermutlich, wie auch GBK annimmt, da die Käufer des Aktienpakets ihre schnell entstandenen Gewinne realisieren wollen. Bis diese Belastung abgebaut ist, dürfte der GBK-Kurs deswegen wohl noch einige Tage unter Druck bleiben.

 

Ralf Bake, 29.10.2010

 

 

 

Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: September 2010

 

Kursanstieg vom Monatsbeginn wurde weitgehend verteidigt

 

Nach einer Konsolidierung im August stiegen die Aktienmärkte in der ersten Septemberhälfte wieder an und retteten das erhöhte Niveau in den Oktober. Gegen den Trend gaben Deutsche Bank im Zusammenhang mit einer umfangreichen Kapitalerhöhung deutlich nach. Autowerte stiegen im Gefolge von Meldungen über steigende Absatzzahlen und positiven Signalen aus den Unternehmen über die Gewinnentwicklung. Versorgeraktien wie RWE und Eon standen wegen der für die Branche als überwiegend belastend empfundenen politischen Entscheidungen zur Kernkraft unter Druck.

 

Die ausgewählte Spezialaktien, die der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, bewegten sich mangels Neuigkeiten nicht nennenswert. Eine Ausnahme war die Wasgau AG, die zwar ebenfalls nachrichtenlos blieb, aber im Monatsverlauf deutliche Kursschwankungen aufwies und den September mit einem deutlichen Plus abschloss.

 

Ralf Bake, 5.10.2010

 

 

 

Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: August 2010

Risikoscheu führt zu Kursverlusten bei Aktien

 

Die Aktienmärkte entwickelten sich im August schwächer. Relativ schlechte Konjunkturdaten aus den USA und eine wieder wachsende Risikoscheu der Anleger, auch im Zusammenhang mit der wieder aufgeflammten Debatte um die schuldengeplagten Länder im Euroraum, führten zur Zurückhaltung gegenüber Aktien. Eine Rolle dürfte auch die Markttechnik gespielt haben, die zu einem Rücksetzer der Kurse führte, nach dem es im Juli Anstiege und damit einhergehend einen größeren Optimismus der Investoren gegeben hatte. Eine gewisse Konsolidierung ist eine oft zu beobachtende Reaktion auf eine von positiver Stimmung begleitete Aufwärtsbewegung.

 

Unter den ausgewählten Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten einige Werte zulegen. Kap Beteiligungs AG profitierten von einem erfreulichen Halbjahresbericht. Ebenfalls positiv berichteten Adcapital, DF Deutsche Forfait und Nordwest Handel, während Wasgau ein Halbjahresergebnis unterhalb der Erwartungen vorlegte. Die Aktienkurse veränderten sich in diesen Fällen aber kaum. Hier macht sich vermutlich die Sommerzeit mit ihren geringen Umsätzen bemerkbar.

 

Ralf Bake, 1.9.2010

 

 

 

Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Juli 2010

 

Kursgewinne an den Aktienmärkten

 

Überwiegend steigende Kurse verzeichneten die Aktienbörsen im vergangenen Monat. Viele börsennotierte Unternehmen brachten Quartalsberichte, mit denen sie die Anleger positiv überraschten. Die Konjunkturmeldungen waren zwar eher gemischt, vor allem die aus den USA, aber die guten Unternehmenszahlen kompensierten diese Belastungen über. Hinzu kamen die insgesamt eher beruhigenden Ergebnisse der europäischen Bankstresstests, die vor allem den Finanzwerten Auftrieb gaben. Die Deutsche-Bank-Aktie stieg beispielsweise um fast 15% an. Neben den Stresstests wirkte sich hier das gute Quartalsergebnis aus.

 

Unter den ausgewählten Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, stachen insbesondere die Aktien der Stöhr & Co. mit einem Kurssprung hervor. Das Unternehmen soll aufgelöst werden. Die Verwaltung stellte ursprünglich einen Liquiditationswert um 2,18 € pro Aktie in Aussicht, der nach dem erfolgreichen Verkauf eines Großteils des operativen Geschäfts nun auf 3,74 € pro Aktie erhöht wurde. Der Aktienkurs stieg um über 45% an.

 

Ralf Bake, 6.8.2010

 


 

Fünf Sterne für den MAV Invest

 

 

Der MAV Invest – Aktienfonds ist vom österreichischen Fondsbewerter FAIT benotet worden und hat das Rating ***** (Fünf Sterne) und damit die beste zu vergebende Note erhalten. Fünf Sterne stehen für „weit überdurchschnittliche Wertentwicklung“.

 

Das FAIT-Rating berücksichtigt die Outperformance gegenüber dem jeweiligen Fondssektor und bezieht das Verhältnis aus Gewinnentwicklung und Risiko mit in das Rating ein. Im Ergebnis gibt es eine Bewertung von einem Stern (*) für eine „weit unterdurchschnittliche Wertentwicklung“ bis zu fünf Sternen (*****) für eine „weit überdurchschnittliche Wertentwicklung“.

 

Ralf Bake, 2.8.2010

 

 

 

Nordwest Handel: Großaktionär hält Tür zur Übernahme offen

 

Äußerungen zu Plänen der Rothenberger-Gruppe

 

Die Rothenberger-Gruppe, ein Werkzeugsteller und Lieferant der Nordwest Handel, kündigte Ende Mai eine Beteiligung von knapp 30% am Unternehmen an. Zu diesem Zeitpunkt heiß es noch, man wolle nicht weiter erhöhen. Jetzt wurde doch eine Tür für eine spätere Übernahme geöffnet: Im Juli teilte Nordwest mit:„Rothenberger bleibt … unter 30% und schließt dadurch ein Übernahmeangebot zum jetzigen Zeitpunkt aus.“ (Nordwest News 03/2010) Der Satz ist nun etwas irreführend, da durch einen Aktienanteil von unter 30% natürlich kein Übernahmeangebot ausgeschlossen ist. Ein solches kann grundsätzlich jeder vorlegen, auch wenn er bisher gar keine Aktien besitzt. Gemeint ist wohl, dass die Rothenberger-Gruppe im Moment eine Aufstockung auf 30% oder mehr an Nordwest Handel ausschließt und damit vermeidet, ein Übernahmeangebot vorlegen zu müssen.

 

Interessant ist an der Aussage, zumindest für die Nordwest-Aktionäre, aber eigentlich die Botschaft, dass ein Übernahmeangebot für den Moment ausgeschlossen sei; für die Zukunft wird es also bewusst offen gelassen. Ende Mai sagte Helmut Rothenberger noch: „Wir haben jedoch keine Absichten unsere Beteiligung ... noch weiter zu erhöhen“ (vgl. unsere Meldung vom 3.6.2010: Nordwest Handel: Investor zahlt über 10,50 € pro Aktie).

 

Zum Hintergrund: Die Rothenberger-Gruppe zahlt für ihr knapp 30%-Paket an Nordwest Handel einen Preis, der nicht bekannt gegeben wurde, aber nach Angaben von Helmut Rothenberger nicht unter 10,52 € liegt. Sobald die Gruppe die 30%-Schwelle überschreitet, muss sie allen Aktionären anbieten, deren Aktien zu kaufen. Mindestpreis ist der durchschnittliche Börsenkurs der letzten drei Monate vor Überschreiten der 30%-Grenze. Hat es innerhalb von sechs Monaten davor so genannte Vorerwerbe gegeben, darf der Angebotspreis darüber hinaus nicht unter den Kaufpreisen für diese Vorerwerbe liegen (§ 4 WpÜG-Angebotsverordnung). Im Falle Nordwest Handels bedeutet dies, dass die Rothenberger-Gruppe allen Aktionären einen Preis von 10,52 € oder mehr zahlen muss, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach dem Paketkauf auf 30% kommt. Oder anders gesagt: Wenn sie länger als sechs Monate wartet, muss sie nicht mehr die 10,52 € + X, sondern nur noch den dann geltenden Durchschnittkurs der letzten Monate bieten, wobei sie hier den Vorteil hätte, sich einen passenden Zeitpunkt aussuchen zu können.

 

 

Ralf Bake, 26.7.2010

 

Bericht zur Hauptversammlung der Stöhr AG

 

Lob und Tadel der Aktionäre

 

Am 13.7.2010 fand die Hauptversammlung der Stöhr & Co. AG zum Rumpfgeschäftsjahr vom 1.7. bis 31.12.2010 statt. Die letzte Hauptversammlung war im Dezember 2009 abgehalten worden. Ausgehend vom für die Aktionäre überraschend niedrigen Eigenkapital in der Liquidationseröffnungsbilanz von rund 2,18 Euro pro Aktie entzündete sich Kritik an der Verwaltung, da der Vorwurf im Raume stand, sie wolle das gesamte Vermögen unter Wert an die Großaktionärin Kap Beteiligungs-AG verkaufen. Die Stöhr AG befindet sich seit 2009 in Liquidation. Den Verdacht einer Vermögensübertragung an die Konzernmutter unter Wert und damit zu Lasten der Minderheitsaktionäre empfanden fast alle Aktionäre, die das Wort ergriffen, inzwischen zum Teil entkräftet und zu anderen Teil bestätigt.

Das Vermögen von Stöhr besteht, neben einigen Grundstücken, im Wesentlichen aus zwei Teilen: Einmal dem traditionellen Kammgarngeschäft und zum anderen aus einer 26%-Beteiligung an dem Unternehmen MEP-Olbo. Die übrigen 74% gehören der Mehler AG, die wiederum wie Stöhr eine Tochter der Kap Beteiligungs-AG ist.

Die Kammgarnaktivitäten werden nun, wie kurz vor der HV gemeldet wurde, im Wesentichen an die Erwo-Gruppe (Südwolle und Textilgruppe Hof) verkauft. Damit wird, anders als von der Stöhr-Verwaltung zwischenzeitlich auch angedacht, dieser Bereich an Konzernfremde abgegeben und es gibt hier keinen Interessenkonflikt. Der Kaufpreis wurde von den Aktionären als akzeptabel empfunden. Im Ergebnis erhöht sich das Eigenkapital der Stöhr AG um rund 10 Mio Euro; pro Aktie steigt es von den genannten 2,18 auf rund 3,74 Euro pro Aktie. Erwo zahlt den Kaufpreis von 22 Mio Euro in 18 gleich hohen Monatsraten bis Februar 2012. Bei Stöhr verbleiben ein Forderungsbestand in Höhe von rund 15 Mio Euro sowie die Färberei in Mönchen-Gladbach und die Kammgarnspinnerei in Portugal. Die beiden Produktionsbetriebe werden bis auf Weiteres als Lohnveredeler für die Erwo-Gruppe tätig sein. Größere Gewinne oder Verluste seien aus deren Tätigkeit nicht zu erwarten, teilte der Liquidator mit.

Heftige Kritik gab es am geplanten Verkauf der MEP-Olbo für 8,1 Mio Euro an den Großaktionär. Die Stöhr-Verwaltung hatte zur Ermittlung des Kaufpreises ein Wertgutachten anfertigen lassen. Dieses wurden von den Aktionären, die es einsehen konnten, als im Ergebnis den Unternehmenswert viel zu niedrig ansetzend angegangen. Die Kritiker bezeichneten vor allem die verwendetet Beta-Faktoren und damit die Abzinsungsfaktoren als stark überhöht. Die Aktionäre verlangten entweder vom Verkauf abzusehen oder alternativ ein neues Gutachten, dieses Mal von neutraler Seite, in Auftrag zu geben. Die Verwaltung lehnte es ab, den Verkauf der MEP-Olbo an eine Kap-Tochter auszusetzen. Der AR-Vorsitzende (und Kap-Großaktionär) wollte der Bestellung eines Gutachters durch eine neutrale Instanz zuerst zustimmen, zog diese Zustimmung dann aber wieder zurück und verwies die kritischen Minderheitsaktionäre auf den Rechtsweg. Die Hauptversammlung endete mit einigen hunderttausend Gegenstimmung zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Entlastung der Organe. Eine ganze Reihe von Aktionären gab noch Widersprüche zu Protokoll.

Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Stöhr AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Stöhr-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 

Ralf Bake , 14.7.2010


 

Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Juni 2010

 

Die Risikoscheu der Anleger hat wieder zugenommen

 

Die Aktienmärkte schwankten im Juni stark und zeigten sich insgesamt schwächer. Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, legten zum Teil gegen den Trend zu. So gewannen GBK Beteiligungen nach Meldungen über die Substanzstärke und relative Unterbewertung der Aktie im Zusammenhang mit der Hauptversammlung. Bei Nordwest Handel belebte der Einstieg eines zweiten Lieferanten nach der Rothenberger-Gruppe als Aktionär den Kurs. Der MAV Invest legte ebenfalls zu (um knapp 1%), wobei er unter anderem vom teilweisen Verkauf seiner großen Position in Adcapital zu einem Preis über dem Börsenkurs an den Hauptaktionär profitierte.


 

 

Hauptversammlung der Wasgau AG

 

Erhöhte Dividende, aber vorsichtiger Ausblick

 

Am 23.6.2010 fand am Sitz der Gesellschaft in Pirmasens die Hauptversammlung der Wasgau Produktions & Handels-AG statt. Etwa 400 Aktionäre nahmen an der HV teil. Unter ihnen befand sich neben dem Oberbürgermeister von Pirmasens auch der Chef des Einkaufverbandes Markant, über den Wasgau einen Großteil ihrer Waren bezieht. Er vertrat rund 0,9% der Wasgau-Aktien. 53,1% liegen nach wie vor bei einer Beteiligungsgesellschaft der Hornbach-Familie, die auch den Aufsichtsrat dominiert, während 24,98% der frühere Kooperationspartner Edeka hält. Gut 5,1% der Wasgau-Aktien halten Vorstände und Aufsichtsräte und 1,5% von der MAV Vermögensverwaltung beratene Anleger.

 

Der Vorstandsvorsitzende Kettern berichtete über ein trotz Krise verbessertes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in 2009, das vor allem wegen stark gesunkener Zinsaufwendungen zulegte. Der Jahresüberschuss stieg dank Sondereffekten sogar auf ein Rekordhoch von 4,8 Mio Euro. Die Hauptversammlung beschloss einstimmig eine Erhöhung der Dividende von 0,13 auf 0,17 Euro pro Aktie. Bemerkenswerterweise wurden auch die Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat ohne eine einzige Gegenstimme oder Enthaltung seitens der Aktionäre erteilt.

 

Die Wasgau AG ist ein Lebensmitteleinzelhändler mit 88 Märkten vornehmlich im Saarland und Rheinland-Pfalz. Zusätzlich werden sieben Cash&Carry-Märkte in der Region betrieben. Als Alleinstellungsmerkmal und wesentlicher Ergebnisbringer gelten die Produktionsbetriebe Bäckerei und Metzgerei, deren Produkte weit überwiegend in den eigenen Märkten abgesetzt werden. Zusätzlich betreibt Wasgau weiteren Großhandel mit Großverbrauchern (wie Krankenhäusern, Kasernen) und mit selbständigen Einzelhändlern.

 

Das Jahr 2010 begann bezüglich Umsatz und Ergebnis eher verhalten; der Vorstand hofft aber gleichwohl auf bereinigter Basis (ohne Sondereffekte) das Vorjahresergebnis wiederholen zu können. Anfang 2010 wurde das vier Märkte umfassende Luxemburger Geschäft mit einem Sondergewinn von 2 Mio Euro verkauft. Insgesamt sind für 2010 Investitionen in Höhe von 15 Mio Euro vor allem in die Lebensmittelmärkte geplant. Zuletzt wurde im Mai ein Markt in Nieder-Olm bei Mainz eröffnet. Mit dem in der Fachpresse gelobten Standort schiebt sich Wasgau langsam aus der Stammregion in Richtung Rhein-Main-Gebiet vor und damit in ein Gebiet, das eine viel höhere Kaufkraft, aber auch mehr Wettbewerb zu bieten hat.

 

 

 

Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Wasgau AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Wasgau-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 

Ralf Bake, 25.6.2010


Nordwest Handel: MAV-Anleger halten gut 2% der Aktien

 

Von der MAV beratene Anleger zeigen sich als weitere größere Aktionärsgruppe

 

 

Die MAV Vermögensverwaltung Mannheim teilt mit, dass von ihr beratene Anleger (MAV-Anleger) gut 66.000 Nordwest-Handel-Aktien und damit 2,07% am Unternehmen halten. Zu den MAV-Anlegern zählt der Publikumsaktienfonds MAV Invest (A0Q8ES). Das Investment wird zur reinen Vermögensanlage von Anlegergeldern gehalten.

 

Die bisher bekannten Aktionäre und ihre Bestände sind folgende:

 

Rothenberger-Gruppe, nach erfolgter Zustimmung des Kartellamts: 29,89% (Lieferant von Nordwest Handel), TTS Tooltechnic: 3,56 % (Lieferant), Karl Pörzgen: 3,10% (Kunde), AR-Vorsitzender Dr. Paul Kellerwessel: 1,02% (Kunde), Andere AR-Mitglieder: 1,22% direkt und indirekt (Kunden). Nordwest Handel: 5,01% (eigene Aktien). MAV-Anleger: 2,07% (Anleger). Die Zuordnung zu den Gruppen „Kunden“ bzw. „Lieferanten“ wurde von der MAV Vermögensverwaltung auf Grundlage öffentlicher Informationen vorgenommen. Insgesamt liegen, soweit bekannt, 33,45% bei Lieferanten, 5,34% bei Kunden, 5,01% beim Unternehmen selbst und 2,07% bei Finanzanlegern. Die unbekannten 54,13% sind vermutlich noch zu einem größeren Teil bei Kunden, weil Nordwest Handel aus einer Genossenschaft entstanden ist, deren Anteile ursprünglich komplett bei Kunden lagen.

 

Festzuhalten ist, dass die Lieferanten nach ihren kürzlich erfolgten Zukäufen die größte bekannte Aktionärsgruppe sind. Die Hauptaktionärin Rothenberger-Gruppe hat bereits angekündigt, zwei der sechs Aufsichtsratsplätze der Anteilseigner besetzen zu wollen. Bisher werden vier der Mandate von Kunden gehalten, einer ist vakant und einer wird von einem Bankdirektor im Ruhestand besetzt.

 

 

Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 

Ralf Bake, 12.6.2010



MAV Invest – Aktienfonds: Platz 1 im Mai bei Europäischen Nebenwertefonds

 

Monatssieger unter 189 europäischen Fonds

 

Der von der MAV Vermögensverwaltung beratene Aktienfonds MAV Invest

(Wertpapierkennnummer A0Q8ES) hat beim britischen Informationsdienst citywire.co.uk in der Kategorie Deutsche Nebenwerte (Germany - Equity Europe Small&Mid Cap) im Monat Mai das beste Ergebnis von 100 Fonds erzielt. In der Kategorie Europäische Nebenwerte (Paneuropean - Equity Europe Small&Mid Cap) erreichte der MAV Invest ebenfalls Platz 1 bei der Wertentwicklung, hier von 189 beurteilten Fonds.Im Mai 2010 haben insbesondere die Aktienindizes für Nebenwerte schwächer tendiert. Der MAV Invest profitierte von ausgesuchten Spezialwerten, die in den Aktienindizes nicht enthalten sind. Dazu gehörten GAG Immobilien nach einer Kaufempfehlung in einem bekannten Anlegermagazin, Nordwest Handel nach dem Einstieg eines neuen Großaktionärs und Wasgau AG ohne erkennbaren Grund.

 

 

Hinweis: Die vorstehende Mitteilung ist keine Anlageempfehlung. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger. Interessenten sollten sich ausführlich insbesondere anhand des Verkaufsprospekts informieren. Kurssteigerungen in der Vergangenheit sind keine Hinweise für die Entwicklung in der Zukunft. Der Wert der Fondsanteile kann steigen oder fallen.

 

Ralf Bake, 12.6.2010


 

 

Nordwest Handel: Weiterer Großaktionär

 

Nach Rothenberger beteiligt sich weiterer Werkzeuglieferant

 

 

Die TTS Tooltechnic, Hersteller von Festool-Werkzeugen, meldet eine Beteiligung von3,56 % (114.050 Stimmrechte) an Nordwest Handel. Damit hat sich innerhalb von wenigen Tagen einer zweiter Großaktionär aus dem Kreis der Lieferanten engagiert. Ende Mai meldete die Rothenberger-Gruppe (ebenfalls ein Werkzeughersteller), dass sie sich mit knapp 30% an Nordwest Handel beteilige. Auffällig ist die zeitliche Nähe der beiden Meldungen. Ob sie reiner Zufall ist, ob die Beteiligungsnahme von TTS im Einvernehmen mit oder ob sie in Konkurrenz zu Rothenberger erfolgt, ist noch unbekannt. Auffällig ist, dass die Nordwest-Aktien traditionell den Kunden (Großhändler für Werkzeuge und andere technische Produkte) von Nordwest Handel gehörten und sich nun gleich zwei mal Lieferanten beteiligen, von denen Rothenberger schon mal sein strategisches Interesse an Nordwest Handel als Vertriebskanal signalisiert hat. Von TTS war bisher noch nichts zu hören. Die Aktien stammen, die TTS erworben hat, stammen offensichtlich von Dr. Norbert Schlicht, der im Februar ein Überschreiten der Grenze von 3% gemeldet hatte und nun praktisch seinen ganzen Aktienbestand verkauft hat.

 

 

Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 

Ralf Bake, 4.6. 2010

 

 

 

Nordwest Handel: Investor zahlt über 10,50 € pro Aktie

 

Aber: Kein Übernahmeangebot geplant

 

Die Rothenberger-Gruppe hat Ende Mai 23,71% an Nordwest Handel erworben und will nach Zustimmung des Kartellamts weitere 6,08% vom bisherigen Großaktionär übernehmen. Insgesamt kauft Rothenberger damit rund 950.000 Aktien. Der Börsen-Zeitung vom 26.5.2010 sagte Helmuth Rothenberger, er zahle einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“. Bei einem Kaufpreis von 10 Mio € ergibt das rund 10,52 € pro Aktie. Ebenfalls der Börsen-Zeitung teilte Rothenberger mit, er sehe „in dem Hagener Unternehmen einen schlagkräftigen zusätzlichen Vertriebskanal für seine eigenen Produkte für den Installateur“. Das würde auf eine angestrebte Mehrheitsübernahme von Nordwest hindeuten. Sobald Rothenberger mehr als 30% erwirbt, müsste er allen Aktionären den gezahlten Kaufpreis, also mindestens 10,50 €, bieten. Andererseits wurde Herr Rothenberger ebenfalls am 26.5.2010 auf www. Derwesten.de (WAZ-Gruppe) mit der Aussage „wir haben jedoch keine Absichten unsere Beteiligung danach noch weiter zu erhöhen“ zitiert. In der Gesamtschau könnte so der Eindruck entstehen, die Rothenberger-Gruppe wollte mit einer unter 30%-Beteiligung starken Einfluss auf Nordwest Handel nehmen.

 

 

Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 

Ralf Bake, 2.6.2010

 

Rothenberger steigt bei Nordwest Handel ein

 

Verbindung über Nexmart

 

Die Mutter der Rothenberger Werkzeuge GmbH (Dr. Helmut Rothenberger Holding GmbH, Anif, Österreich) hat sich mit 23,71% an Nordwest Handel beteiligt. Die Aktien wurden von Hubert Grevenkamp, dem bisher wichtigsten Aktionär, erworben. Er behält 6,08% der Aktien. Grevenkamp war am 20.5.2010 und damit einen Tag vor dem Verkauf als Aufsichtsrat von Nordwest zurückgetreten.

 

Nordwest Handel ist eine Einkaufsgesellschaft für Großhändler in den Feldern Stahl, Werkzeuge, Beschläge, Maschinen und Haustechnik. Das Unternehmen war bis in die neunziger Jahre hinein eine Genossenschaft. Ein Großteil der Aktien liegt immer noch bei ehemaligen Genossenschaftsmitgliedern und damit Kunden. Mit dem Einstieg von Rothenberger ändert sich die Aktionärsstruktur entscheidend: Der neue Großaktionär stellt selbst Werkzeuge und Klimageräte her und ist damit ein Lieferant von Nordwest. Zwischen Rothenberger und Nordwest gibt es bereits Verbindungen: Nordwest ist mit 9,9% an der Rothenberger-Tochter Nexmart (www.nexmart.net) beteiligt. Nexmart betreibt ein Internetportal, über das Werkzeuge an Großhändler vertrieben werden. Offensichtlich handelt es sich bei der Beteiligung von Rothenberger an Nordwest Handel um keine reine Finanzanlage, sondern es werden strategische Ziele verfolgt. Näheres über die Absichten von Rothenberger ist allerdings bisher nicht bekannt.

 

Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 

Ralf Bake, 21.5.2010

 

 

Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: April 2010

 

Die Griechenlandkrise belastet

 

Die Aktienmärkte konsolidierten im April und zeigten sich insgesamt leicht schwächer. Wie im letzten Börsenrückblick erwartet, gab es an den Börsen einige Kursrückgänge. Auslöser waren wohl die griechischen Finanznöte, wenngleich der Kursanstieg der Vorwochen schon allein aus markttechnischen Gründen nach einer kleinen Korrektur verlangte. Die Unternehmensmeldungen, vorwiegend zum ersten Quartal, waren überwiegend positiv und verliehen dem Markt Unterstützung. Die Nervosität der Aktienanleger scheint insgesamt etwas zugenommen haben, aber die Entwicklung dürfte eher stabilisierend wirken, denn großen Kurseinbrüchen geht erfahrungsgemäß eine große Euphorie der Investoren voran. Eine solche ist aber nicht auszumachen.

 

Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, legten zum Teil gegen den Trend zu. Es gewannen wiederum Adcapital, dieses Mal wegen eines öffentlichen Kaufangebots des Großaktionärs zu 9 Euro. Kap Beteiligungs-AG stiegen nach positiven Meldungen über den Verlauf des ersten Quartals 2010 und der Ankündigung einer Dividendenerhöhung auf 2 Euro (nach 1,50 Euro). Bei den Standardwerten fielen Deutsche Bank-Aktien trotz eines guten Quartalsergebnisses im Zuge der generellen Abschwächung von Finanzwerten wegen der Griechenland-Krise. Volkswagen legten trotz Dividendenabschlag nach der gut aufgenommenen Kapitalerhöhung und positiven Ergebnismeldungen zu.

 

 

 

Kaufangebot für Adcapital-Aktien: 9 Euro

 

Großaktionär will aufstocken

 

Der Adcapital-Großaktionär Günther Leibinger (bisheriger Anteil vermutlich bei gut 45%) hat am 23.4.2010 ein freiwilliges Kaufangebot für 650.000 Adcapital-Aktien zu je 9 Euro angekündigt. Zum Vergleich: Der letzte Aktienkurs vor der Ankündigung lag um 8 Euro. Leibinger ist seit einigen Jahren Großaktionär und stockte seine Beteiligung jahrelang über die Börse auf. Adcapital wurde vor über 20 Jahren von Manfred Bernau als Berliner Elektro Beteiligungen gegründet und hält heute neben Beteiligungen vornehmlich mit Elektronik-Bezug ein umfangreiches Wertpapierportefeuille, das im Zuge der Finanzkrise abgewertet wurde, inzwischen mit der Börsenerholung aber wieder zugelegt hat. Der Innere Wert pro Aktie wurde für Ende 2008 mit 10,30 Euro pro Aktie angegeben und dürfte inzwischen deutlich höher sein. Am 28. April wird der Konzernabschluss für 2009 vorgelegt, aus dem sich weitere Hinweise auf den Inneren Wert der Adcapital ableiten lassen werden. Als Dividende für 2009 werden 0,50 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Das eigentliche Angebot soll Mitte Mai vorgelegt werden. Adcapital selber hatte im Oktober 2009 ein Aktienrückkaufangebot zu 6,75 Euro vorgelegt, war damit aber auf wenig Resonanz bei den Aktionären gestoßen.

 

Hinweis: Die von der MAV beratenen Aktienfonds halten Adcapital-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Adcapital-Aktien zu kaufen noch sie, im Rahmen des Kaufangebots oder über die Börse, zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.


 

Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: März 2010

 

Steigende Aktienkurse trotz Schuldenkrise

 

Die Aktienmärkte entwickelten sich im März insgesamt fester. Die Anleger zeigten wieder größeren Optimismus im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Sie ließen sich durch die eher negativen Nachrichten vom Euro-Problemkind Griechenland nicht verunsichern. Die Kursgewinne der Aktien deuten auf einen gewissen Anlagenotstand hin. Für viele Investoren, die höhere Renditen erzielen wollen, als sie beispielsweise Staatsanleihen bieten, gibt es kaum Alternativen zu Aktien. Gleichwohl zeigt die Lage in Griechenland, dass die Krise noch nicht ausgestanden ist. Kurzfristige Rücksetzer wären deshalb nicht überraschend und markttechnisch sogar ganz gesund.

 

Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten teilweise deutliche Zuwächse erzielen. Es profitierten insbesondere Adcapital, DF Deutsche Forfait und Wasgau von positiven Unternehmensmeldungen. Bei Nordwest Handel war das Jahresergebnis 2009 eher schwach. Hier zogen den Kurs bekannt gewordene Aktienkäufe größerer Aktionäre empor. Der Immobilienfonds KanAm US-Grundbesitz fand das Interesse der Anleger, nach dem Beteiligungen an zwei großen amerikanischen Einkaufszentren zu besseren Preisen als am Markt offensichtlich befürchtet, verkauft werden konnten. Der MAV Invest reduzierte die Position in diesem Fonds, um entstandene Kursgewinne zu realisieren.

 

 

 

Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Februar 2010

 

Nervosität und Richtungslosigkeit an der Börse

 

Insgesamt wenig verändert zeigten sich die Aktienbörsen im Februar. Gleichwohl gab es innerhalb des Monats einige Schwankungen. Die Anleger sind nervös und lassen die Kurse, je nach dem wie die aktuellen Tagesmeldungen ausfallen, herauf oder herunter laufen. Der verbreiteten Skepsis vieler Investoren steht ein großer Anlagedruck gegenüber. Angesichts niedriger Zinsen und gleichzeitig zumindest mittelfristig drohender Inflationsgefahr fehlt es an Anlagealternativen zu Aktien. Die Zinsen für Bankeinlagen sind auf sehr niedrigem Niveau. Anleihen bieten ebenfalls nur niedrige Zinsen und sind angesichts bereits deutlich gestiegener Kurse der Möglichkeit einer Korrektur ausgesetzt. Die Unternehmensnachrichten deuten auf eine sich weiterhin stabilisierende Wirtschaftsentwicklung hin. Der eher schwächere Euro beleuchtet zwar die schwächen des Euroraums, verstärkt aber gleichzeitig die Exportchancen der europäischen Industrie. Daher besteht im weiteren Verlauf des Jahres 2010 durchaus Raum für Kursgewinne an den Aktienmärkten.

 

Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten zum Teil trotz des insgesamt stagnierenden Marktes zulegen. Adcapital profitierte nach wie vor von Zukäufen des Großaktionärs. Scherzer & Co. stiegen nach der Vorlage erfreulicher Zahlen für das Jahr 2009. DF Deutsche Forfait und GAG Immobilien legten im Kurs zu ohne dass es erkennbare Gründe gab. Beide Werte waren lange vom Markt vernachlässigt worden. Einen Kursrückschlag gab es für Dnick, die im Januar nach Empfehlungen in Anlegermagazinen gestiegen waren.

 

 

 

 

Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Januar 2010

 

Rücksetzer bei Standardaktien, Stabilität bei Spezialaktien

 

Die großen Standardaktien erlebten im Januar deutliche Rückschläge an den Börsen. Der DAX fiel beispielsweise um knapp 6%. Es handelte sich offensichtlich um eine vorwiegend markttechnisch begründete Korrektur nach den deutlichen Kursgewinnen im zweiten Halbjahr 2009. Auslöser waren nicht zuletzt Befürchtungen im Hinblick auf die schwierig Finanzsituation in Griechenland, Portugal und Spanien. Diese war aber wohl nur der Anlass. Die Börse war einfach reif für Kursrückgänge, nachdem die Großaktien kurzfristig überkauft waren. Ein über mehrere Monate laufender Kursanstieg zieht so genannte schwache Hände an, die erst wieder herausgeschüttelt werden müssen, um der Entwicklung Stabilität zu verleihen. Das Bild von den „schwachen Händen“ soll Anleger beschreiben, die sehr ängstlich oder prozyklisch sind, die also verkaufen, wenn die Kurse fallen, da sie wenig Vertrauen in ihre eigenen Entscheidungen haben.

 

Anders sah es bei einer Reihe von Spezialaktien aus. Die meisten bewegten sich kaum, während einige sogar deutliche Kursgewinne verbuchten. Darunter waren zum Beispiel die im Aktienfonds MAV Invest enthaltene Adcapital, deren Kurs im Zuge gemeldeter Insiderkäufe des Großaktionärs anzog und Dnick (Deutsche Nickel), deren Aktien in zwei bekannten Anlegermagazinen empfohlen wurden. Wenig Bewegung zeigten hingegen die Beteiligungsgesellschaften GBK, Shareholder Value, Scherzer und HBM Bioventures, die sämtlich mit deutlichen Abschlägen auf ihren jeweiligen NAV (Innerer Wert) notieren und über diesen hinaus noch über weitere mögliche Stille Reserven verfügen.



Bien-Zenker: Übernahmeangebot ausgelaufen

 

41.596 Aktien eingereicht

Das Übernahmeangebot der Konzern-Mutter DEIN Haus Holding für die im Streubesitz stehenden Bien-Zenker-Aktien ist am 21.1.2010 um 24 Uhr ausgelaufen. Es wurde für 41.596 Aktien und damit für 1,6909% aller Aktien angenommen. DEIN Haus sind damit vor allem über ihre Tochter Elk Fertighaus und einschließlich der eigenen Aktien der Bien-Zenker AG 89,18% an Bien-Zenker zuzurechnen. Die eher geringe Annahmenquote erklärt sich wohl aus dem relativ niedrigen Angebotspreis von 3,97 €. Der Vorstand von Bien-Zenker hatte bereits am 4.1. in einer Stellungnahme gemeint, der gebotene Preis sei nicht angemessen und die Zukunftsperspektiven sowie der abgeschlossene Kapazitätsabbau sei nicht hinreichend berücksichtigt worden. Während der Angebotsfrist meldete das Unternehmen noch, dass es als Lizenznehmer das Ikea-Haus (Boklok) in Deutschland anbieten wird. Die Aktie stand zum Ende der Angebotsfrist fast bei 5 € und damit deutlich über dem Angebotspreis.


Hinweis: Ein von der MAV beratener Fonds hält Bien-Zenker-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Bien-Zenker-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 

 

 

Monatskommentar Dezember 2009 für den MAV Invest:

 

Der MAV Invest konnte im Dezember seinen Rückstand auf den DAX, der bereits stichtagsbedingt bei der Auflegung entstanden war, nicht mehr reduzieren. Das gesamte Jahr 2009 war bis in den März hinein das Jahr des Kursabschwungs und danach des Aufschwungs – allerdings, was den Aufschwung betrifft, vornehmlich der größeren Werte. Die Spezialwerte, wie sie im MAV Invest stark vertreten sind, hatten das Nachsehen. Nun hat sich allerdings ein Bewertungsabstand aufgebaut, der den Nebenwerten deutlichen Nachholbedarf beschert und gute Aussichten für eine Überperformance vieler ausgesuchter Small- und Midcaps in 2010 bedeutet – sowohl absolut als auch relativ zu den Indizes der Standardwerte. Damit gehen wir mit dem MAV Invest sehr zuversichtlich in das Jahr 2010.

 

 

Börsenrückblick: Deutsche Spezialaktien

 

Kommt es zur Renaissance der Nebenwerte?

 

Den Artikel finden Sie unter folgender Adresse:

 

http://www.news4press.com/Meldung_509434.html

 

 

 

Bien-Zenker: Übernahmeangebot zu 3,97 Euro pro Aktie vorgelegt

 

Für den börsennotierten deutschen Hersteller von Fertighäusern Bien-Zenker wird von der neuen (indirekten) Hauptaktionärin DEIN Haus Holding aus Wien ein Pflichtkaufangebot für Bien-Zenker vorgelegt. Der zu bietende Mindestpreis wurde auf 3,97 Euro pro Aktie festgelegt.

 

Der Hintergrund ist folgender: Mehrheitsaktionärin von Bien-Zenker ist seit Jahren die österreichische Elk Fertighaus AG. Der Elk-Mehrheitsaktionär Johann Weichselbaum hat nun seine Elk-Anteile an die DEIN Haus Holding verkauft, an der sein Sohn Erich Weichselbaum die Mehrheit hält. Erich Weichselbaum war Mitte 2009 offenbar wegen Uneinigkeit mit seinem Vater bei Elk und Bien-Zenker aus dem Management ausgeschieden. Nun kehrt er zurück und ist wegen seiner neuen Stimmrechte verpflichtet, ein Kaufangebot für alle freien Bien-Zenker-Aktien zu machen. Elk Fertighaus hatte jahrelang Bien-Zenker-Aktien angekauft und hielt zuletzt (einschließlich eigener Aktien der Bien-Zenker) 87,49%.

 

Die Angebotsunterlage wurde unter www.elk.at veröffentlicht. Aus dieser Unterlage geht hervor, dass die Bieterin erwägt, einen übernahmerechtlichen oder einen aktienrechtichen Squeeze-out anzustreben, sofern nach Abschluss des Übernahmeangebots 95% erreicht werden. Auffällig ist das Zustandekommen des Übernahmepreises. Das Wertpapierübernahmegesetz (WpÜG) sieht eigentlich den gewichteten durchschnittlichen Börsenkurs während der drei Monate vor Kontrollerlangung als Mindestpreis für ein solches Pflichtangebot vor. Die Wertpapieraufsichtsbehörde BaFin hat nun mitgeteilt, dass wegen des geringen Zahl zustande gekommener Börsenkurse im fraglichen Zeitraum kein gültiger Durchschnittspreis ermittelt werden konnte. Deshalb musste der tatsächliche Wert der Aktie ermittelt werden. Um dieses sachgerecht vornehmen zu können, bedarf es eigentlich interner Planungsdaten des betroffenen Unternehmens (also Bien-Zenker). Der Vorstand von Bien-Zenker hat sich sich aber geweigert, diese Daten zur Verfügung zu stellen. Daher wurden Multiples (Vervielfacher) für die Bewertung von Vergleichsunternehmen und auch von Bien-Zenker selber verwendet, um eine Schätzung des Wertes der Bien-Zenker-Aktie vorzunehmen. Aus diesen Berechnungen ergab sich dann der Wert von 3,97 Euro. Die Bieterin weist selbst darauf hin, dass die Aussagefähigkeit dieses ermittelten Wertes stark eingeschränkt sein kann.

 

Zur Einordnung: Sollte DEIN Haus mit dem vorliegenden Übernahmeangebot auf über 95% aller Bien-Zenker-Aktien kommen, so ist mit einem übernahmerechtlichen Squeeze-out zu rechnen, bei dem alle Aktionäre ihre Aktien für 3,97 Euro abgeben müssen. Werden die 95% nicht erreicht, so könnte die Mehrheitsaktionärin entsprechend Aktien zukaufen und einen aktienrechtlichen Squeeze-out in die Wege leiten. Hier müsste eine richtige Unternehmensbewertung erfolgen, die auch gerichtlich überprüfbar wäre.

 

 

Hinweis: Ein von der MAV beratener Fonds hält Bien-Zenker-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Bien-Zenker-Aktien zu kaufen noch sie, im Rahmen des Übernahmeangebots oder über die Börse. zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.

 


Hauptversammlungsbericht Stöhr AG:


Am 11.12.2009 fand die Hauptversammlung der Stöhr AG zum Rumpfgeschäftsjahr vom 1.1. bis 30.6.2009 statt. Neben dem Jahresabschluss stand die Liquidationseröffnungsbilanz zum 1.7.2009 auf der Tagesordnung. Die AG hatte im Juni 2009 ihre Auflösung beschlossen. Zum Ende der Versammlung konstatierte der Aufsichtsratsvorsitzende Daun, es habe sich mit vier Stunden Dauer um die bisher längste Hauptversammlung bei Stöhr gehandelt. Die Debatte wurde von Alleinvorstand Möller, dem AR-Vorsitzenden Daun und vier Aktionären bzw. Aktionärsvertretern, darunter Ralf Bake von der MAV Vermögensverwaltung, bestritten.

 

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand das für die Aktionäre überraschend niedrige Eigenkapital in der Liquidationseröffnungsbilanz von rund 2,18 Euro pro Aktie, das man als Prognose für die zu erwartende Ausschüttung zum Liquidationsende auffassen kann. Zum Vergleich: Das Konzern-Eigenkapital zum selben Zeitpunkt beträgt rund 5,79 Euro und beinhaltet bereits eine umstrittene Abwertung einer bedeutenden Beteiligung. Ohne diese wären es über 7 Euro. Neben einigen Grundstücken geht es bei der Stöhr-Auflösung im Wesentlichen um zwei Positionen: Einmal um 26% an der Gesellschaft MEP-Olbo, deren Mehrheit indirekt bei der Stöhr-Mehrheitsaktionärin Kap liegt. Vorstand Möller und AR-Vorsitzender Daun haben die gleichen Funktionen bei Kap inne und sind auch deren Großaktionäre. Die Beteiligung an MEP-Olbo wurde um rund 9,2 auf 7,85 Mio Euro abgewertet und sollte zu diesem Preis an eine Kap-Tocher verkauft werden. Zum zweiten geht es um den Geschäftsbereich Kammgarn-Spinnereien. Hier wurde das vorhandene Gesamtvermögen von rund 50 Mio um 25 Mio auf 25 Mio Euro abgewertet. Auch hier steht, wie auf der HV mitgeteilt wurde, ein Verkauf an die Stöhr-Mutter Kap im Raum. Die Kritik der Aktionäre bezog sich darauf, dass so starke, nicht nachvollziehbare Abwertungen vorgenommen wurden und zu entsprechend niedrigen Werten praktisch das gesamte Geschäft an den Großaktionär verkauft werden solle. Für die Beteiligung MEP-Olbo berief sich die Stöhr-Verwaltung zwar auf ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungskanzlei, wollte das aber nicht offen legen. Es wurde ebenfalls gemutmaßt, die Stöhr-Verwaltung hätte sich nicht ernsthaft um andere Interessenten als ihre eigene Mutter bemüht, die gegebenenfalls mehr mehr bezahlen würden. Darüber hinaus gab die Kritik, es werde ein unnötiger Zeitdruck aufgebaut, der dazu führe, dass das Vermögen in der Talsohle der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu Ausverkaufspreisen abgegeben werde. Vorstand und Aufsichtsrat gaben zu, dass sie die MEP-Olbo-Beteiligung praktisch niemand anderem als der Mutter angeboten hätten, betonten aber für den Kammgarn-Bereich, dass sie durchaus ernsthaft international nach Käufern gesucht, aber kaum Interessenten gefunden hätten. Die Werte seien im Falle von MEP-Olbo eben durch das Gutachten untermauert, während für den Kammgarn-Bereich pauschale Abwertungen des Vermögens vorgenommen wurden, die zwar möglicherweise recht großzügig ausgefallen, aber angesichts des mangelnden Käuferinteresses durchaus gerechtfertigt seien. Dem Ansinnen, die Verkäufe deutlich zu verschieben, hielten sie entgegen, wegen der anhaltenden Verluste der Kammgarn-Sparte sei ein weiterer Substanzverzehr zu befürchten. Von Aktionärsseite wurde eingewandt, die Verluste im Kammgarn-Bereich seien ohne Sondereffekte nicht besonders hoch gewesen. Darauf meinte die Verwaltung, es sei aber ein Liquiditätsabfluss zu beobachten, der über kurz oder lang die Finanzierung gefährde. Die Aktionäre meinten, der Cash flow sei ja gar nicht nennenswert negativ gewesen. Die Verwaltung verwies darauf hin auf die für das Gesamtjahr 2010 zu erwartenden hohen Verluste Dem Einwand von Aktionärsseite, auch dieser sei wiederum um Sondereinflüsse zu bereinigen, wurde dann nicht mehr begegnet. Insgesamt zeigte sich das ungewöhnliche Bild, dass die an der Debatte teilnehmenden Aktionäre den Eindruck hatten, die wirtschaftliche Situation der Stöhr AG sei gar nicht so schlecht, wie dargestellt, während Vorstand und Aufsichtsrat die misstrauischen Aktionäre vom Gegenteil zu überzeugen suchten.

 

Schließlich wurde von der Verwaltung folgender Kompromiss offeriert und von den kritischen Aktionären überwiegend akzeptiert: Der Verkauf von MEP-Olbo an die Mutter Kap wird ausgesetzt und nicht vor dem 30.6.2009 vollzogen. Die aufgetretenen kritischen Aktionäre bekommen gegen eine Vertraulichkeitserklärung das Bewertungsgutachten ausgehändigt und die Möglichkeit, selbst ein Angebot für MEP-Olbo zu machen oder einen anderen Käufer, der mehr als Kap bietet, zu suchen. Die Stöhr-Verwaltung wird ihrerseits noch einmal prüfen, ob die Suche nach einem externen Käufer nicht doch erfolgversprechend ist. Der Verkauf der Kammgarn-Sparte wird ebenfalls bis mindestens 30.6.2010 verschoben.

 

Insgesamt blieb der Eindruck, die Mutter Kap AG wollte das Vermögen der Stöhr übernehmen, ohne die eigentlich vorgesehenen Wege wie Beherrschungsvertrag oder Squeeze-out mit der Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung der Abfindungen zu gehen. Die durchaus sachliche Kritik teilweise langjähriger Aktionäre wurde dann allerdings ernst genommen. Vor allem die Vorbringung, das tatsächlich seit vielen Jahren bestehende Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und Aufsichtsrat einerseits und Aktionären andererseits, sei empfindlich gestört, behagte der Verwaltung offensichtlich nicht. Die Verkäufe wurden nun, wenn auch nur um ein halbes Jahr, verschoben. Ob sich bis dahin eine akzeptablere Lösung für die Aktionäre abzeichnet, bleibt abzuwarten.

 

Achtung: Dieser Bericht dient lediglich der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für die besprochenen Wertpapiere dar.

 



Monatskommentar November 2009 für den MAV Invest - Aktienfonds:

 

Der MAV Invest wanderte im November in Folge einiger Einzelbelastungen ins Minus. Verschiedene Werte kamen unter Druck, ohne dass es einen Zusammenhang zwischen ihnen gäbe. Bei Stöhr steht im Dezember eine Hauptversammlung an, bei der über die bevorstehende Liquidation diskutiert wird. Der Vorstand kündigte an, dass der Liquidationserlös möglicherweise deutlich unter den Erwartungen liegen wird. Der Aktienkurs unterbot den genannten Wert aber noch einmal um gut 20%. Bei VW Vorzügen belastete ein Verkauf von rund 25% aller Aktien durch Katar zu 60 €. Auch dieser Wert wurde noch einmal um 10% unterschritten, nach dem die Finanzkrise in Dubai die Anleger erschreckte. Der Nachbar Katar hat immer noch rund 25% der VW Vorzüge. Bei der Escada-Anleihe gab es Gerüchte, es gäbe lediglich eine Rückzahlungsquote von 20 – 25%. Die Anleihe fiel sogar auf rund 15%. Erfreulicher entwickelten sich Deutsche Telekom, die nach langer Vernachlässigung als defensiver Wert bei Anlegern Interesse fanden.



Monatskommentar Oktober 2009 für den MAV Invest - Aktienfonds:

Der MAV Invest konnte im Oktober seinen Jahresgewinn leicht ausbauen. Angesichts eines insgesamt eher schwächeren Aktienmarktes wurde der stichtagsbedingte Rückstand auf den DAX seit der Fondsauflage weiter verringert.

Dnick Holding (Mutter von Deutsche Nickel) profitierte von einigen Kaufempfehlungen, die auf die anhaltend niedrige Bewertung der Aktie hinwiesen. Adcapital machten einen Kurssprung, nach dem die Gesellschaft ein Aktierückkaufangebot zu € 6,75 pro Aktie vorgelegt hat. Von unserer Position in Asian Bamboo haben wir uns nach Erreichen des Kursziels bei € 22,45 getrennt. Seit dem Kauf im Januar 2009 haben wir damit 300% Kursgewinn realisiert. Schwächer tendierten nach ihren Gewinnen im Vormonat Volkswagen Vorzugsaktien, die unter der für Frühjahr 2010 angekündigten großen Kapitalerhöhung litten. GAG Immobilien konnten sich nach langer Vernachlässigung im Umfeld der Veröffentlichung des Zwischenberichts für das 3. Quartal 2009 im Kurs verbessern.

Insgesamt gewinnen die Daten der einzelnen Unternehmen offensichtlich wieder stärker an Bedeutung – eine Entwicklung, die dem MAV Invest als Stock-Picking-Fonds sehr entgegen kommt.


 

Monatskommentar September 2009 für den MAV Invest Aktienfonds:

 

Im September konnte der MAV Invest seinen Jahresgewinn auf über 20% weiter ausbauen. Sehr positiv entwickelten sich die Aktien aus der Gesundheitsbranche: Der Schweizer Spezialwert HBM Bioventures konnte zwei Beteiligungen mit hohen Gewinnen verkaufen und den NAV (Net Asset Value) damit deutlich ausbauen. Bei der ebenfalls schweizerischen BB Medtech rückt die Umwandlung von einer Aktiengesellschaft in einen Luxemburger Fonds näher. Wir konnten die BB Medtech-Aktie noch vor einigen Monaten mit einem deutlichen Abschlag auf den NAV kaufen. Dieser Abschlag wird durch die Umwandlung des Unternehmens im Oktober weitgehend beseitigt werden. Ebenfalls Kursgewinne waren bei den Vorzugsaktien von Volkswagen zu verzeichnen, die wir seit Beginn des Fonds im Depot haben. Die Aktie profitiert von Umschichtungen aus den Stammaktien, die nicht zuletzt wegen des erwarteten Austauschs der beiden Kategorien im DAX noch in diesem Jahr erfolgen. Viele Anleger, auch Investmentfonds, orientieren sich eng an großen Indizes und müssen deshalb zum Beispiel VW Vorzüge bei ihrer Aufnahme in den DAX kaufen.

 

 

 

Monatskommentar August 2009 für den MAV Invest Aktienfonds:

 

Der MAV Invest hat in diesem Jahr (bis 31.8.) ein erfreuliches Plus von 17,91% erwirtschaftet, nachdem der Gewinn zum 30.6. noch bei 6% lag. Der Aufschwung ist einerseits auf die insgesamt verbesserte Börsenverfassung zurück zu führen und andererseits darauf, dass in den Monaten Juli und August die Gesellschaften ihre Halbjahresberichte vorlegen. Wir haben viele Aktien kleinerer deutscher Unternehmen im Fonds, die außerhalb der Berichtssaison oft wenig im Fokus stehen. Die in der Tendenz sehr erfreulichen Halbjahresberichte dieser Unternehmen haben nun die Aufmerksamkeit auf einige dieser Aktien gelenkt und zu Kurszuwächsen geführt.

 

 

 

Monatskommentar Juli 2009 für den MAV Invest - Aktienfonds:

 

Der MAV Invest legte im Juli um gut 5,9% zu. Der Aufschwung wurde insbesondere vom Rückenwind aus den Kapitalmärkten getragen. Die versöhnlicheren Wirtschaftsnachrichten und die überwiegend zumindest besser als erwartet aufgefallenen Halbjahresberichte vor allem größerer Unternehmen ließen die Aktienkurse, auch international, auf breiter Front steigen. Die meisten Small- und Caps legten noch keine Halbjahreszahlen vor und verzeichneten infolgedessen kaum Kursbewegungen. Wegen der relativ hohen Gewichtung dieser Nebenwerte im MAV Invest fiel der Anstieg des Fonds geringer als beispielsweise des DAX aus, so dass der zu Beginn des Fondsbestehens entstandene Rückstand des MAV Invest auf den DAX nicht weiter verringert werden konnte. Mit den Halbjahresmeldungen der kleineren Gesellschaften in den nächsten Wochen besteht aber eine gute Chance den DAX wieder stärker einzuholen.